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   Issue 29
In Erinnerung an einen Ort

Die Ereignisse im Irak sind besonders schwer zu ertragen, wenn man den Irak aus einer anderer Zeit in Erinnerung hat. Seit beinahe 30 Jahren habe nicht mehr Heimat nicht mehr besucht. Über die Ereignisse vor Ort wird täglich in den Nachrichten berichtet. Für viele mögen es nur irgendwelche Nachrichten sein, für mich sind viele persönliche Erinnerungen damit verbunden.

 

Der neuste Anschlag in der Al-Mutanabi Straße mit dem berühmten Buchmarkt in Bagdad hat mich besonders betroffen. Er galt nicht nur dem Leben der Menschen vor Ort, es war auch ein drastischer Angriff auf die Kultur und die zivilisierten Werte insgesamt. Für Iraker haben Bücher einen besonders hohen Wert. Manchmal werden sie nur wegen dem damit verbundenen Gefühl gesammelt. Während der Sanktionsjahre entwickelte sich der Buchhandel zu einem riesigen Gewerbe. Es ist traurig zu sehen, wie viele ihre Kostbarkeiten verkaufen müssen, aber auch ein Trost, dass sich trotz der harten wirtschaftlichen Bedingungen Interessenten dafür im Land finden.

                                       

Meine Erinnerung ist voller Achtung für diesen Platz mit der angrenzenden Al-Sarai Straße. Hier verbrachte ich früher die Nachmittage nach den Seminaren, um durch die Bücher und Zeitschriften zu blättern, die ich mir zusammen mit einem Sandwich und einem kühlen Getränk leisten konnte.

 

Walid Abdul-Amir Alwan, unser Repräsentant in Bagdad, schickte mir Fotos von dem Ausmaß der Zerstörung. Ich bin geschockt, aber sicher, dass die Straße und der Buchhandel überleben werden, weil die Liebe für Bücher und Kultur im Irak tief verwurzelt ist.

 

Mit diesen Gedanken ging ich durch Hay-on-Wye, einem Bücherhimmel. Neue Bücher werden verbilligt und Secondhandbücher zu angemessenen Preisen angeboten. Ich komme immer wieder gerne in die kleine walisische Ortschaft, vermutlich weil sie mich an den Platz im Irak erinnert, den ich fast täglich während meiner Jahre im Exil vermisse.

 

Mit ähnlich nostalgischem Ton ist in dieser Ausgabe ein Artikel über Sevilla erschienen. Habeeb Salloum, ein in Kanada aufgewachsener Araber, beschreibt seine Eindrücke.

 

Zu erwahnen bleibt, muss erwähnt werden, dass das Konzept des Islamischen Tourismus Thema intensiver Diskussion einer Fachtagung in Teheran war. Ich hoffe, dass Sie den Tagungsbericht wie auch unsere anderen Artikel in dieser Ausgabe genießen werden und freue mich auf Ihre Kommentare. Schreiben Sie mir (post@islamictourism.com).

Le dos pour dépasser

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